
Flaschenpost für Schorsch Fock
Seit 2009 bei den Rockpirates an der Streitaxt.
Der Admiral ist nicht nur seit vielen Jahren auf hoher See, nein, die Schifferei wurde ihm sozusagen schon in die Wiege gelegt. Die Legende sagt, dass er nach vielen ruhmreichen Jahren des Misserfolgs in einem Moment der Unachtsamkeit 2008 schließlich in die Klauen einer TANZKAPELLE geriet. Ein von einer Galeere geflohener Häftling, der wegen der Verunglimpfung eines Finanzbeamten zu einer mehrjährigen Haftstrafe verknackt worden war, klingelte im Auftrag einer Drückerkolonne, die sich auf Musikerhandel spezialisiert hatte, an seiner Tür. Schorch Fokk öffnete. Es wurde ihm Gold und Ruhm versprochen. Die Unvernunft siegte und er sagte zu! Nachdem er dann wochenlang mit dem Spielen von Tina Turner Songs erbarmungslos gefoltert wurde, sollte er sich eine Udo Jürgens Nummer draufschaffen. Jetzt ging es ums nackte Überleben. Er hatte nur die eine Chance und er nutzte sie. Er wollte nicht, dass die anderen Tanzkapellisten jetzt bei den Fischen wohnen.
Er schaltete schließlich 2009 in den St.Pauli Nachrichten die Anzeige: Musiker sucht Mitreisegelegenheit. Die Rockpirates fragten daraufhin bei ihm an, und er dachte sich, „Piraten?, warum nicht!“. Als Kind zählte doch Käpt’n Blaubär und Captain Future zu seinen Lieblingsserien. Dieser Hein Blöd! Nein, zu komisch! Gut, Cpt. Future ist jetzt nicht so im Piratenthema, aber vielleicht fällt das erstmal nicht weiter auf.
Bei den Pirates ist er heute berüchtigt für seine expressive Bühnen- und Tanzperformance (er beherrscht den pädagogischen Ausdruckstanz aus dem Effeff), seine Vergangenheit als Eintänzer auf der MS Deutschland lässt sich nicht verleugnen. Schorch Fokk leidet unter einem schlimmen Gitarrenstimmzwang und kauft gerne Gitarrenschnickschnack, der dafür selten funktioniert oder wenigstens scheiße klingt. Es ist beeindruckend, wie er stets den Überblick über sein Arsenal an Effektpedalen hat („Wieso klingt das so Scheiße?, Ach so, das Wah ist an!“). Auf Tour managt er die Verpflegungssituation und legt nach den Gigs liebevoll jedem Mitreisenden ein Butterbrot und einen Apfel in die Koje. Deshalb versteht er bis zum heutigen Tag nicht, warum die Pirates einen Smutje beschäftigen, der standhaft behauptet, gelernter Koch zu sein. Hat wahrscheinlich mehr auf die Pötte gehauen als darin gerührt…
Das Schorch Fokk Credo:
„Heute Abend werden keine Gefangenen gemacht!“
















